Bundesbank
Bundesbankpräsident warnt vor Ende des Wirtschaftsaufschwungs

"Deutschland steht derzeit im Euroraum wirtschaftlich recht gut da. Aber das ist nicht naturgegeben und kein Grund sich zurückzulehnen. Auch der gegenwärtige Aufschwung wird einmal enden", sagte Weidmann im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung".

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Berlin (dts) – Bundesbankpräsident Jens Weidmann warnt vor einem Ende des gegenwärtigen Wirtschaftsaufschwungs. „Deutschland steht derzeit im Euroraum wirtschaftlich recht gut da. Aber das ist nicht naturgegeben und kein Grund sich zurückzulehnen. Auch der gegenwärtige Aufschwung wird einmal enden“, sagte Weidmann im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“.

„Langfristig steht Deutschland ohnehin vor beträchtlichen Herausforderungen, wenn man etwa an die alternde Gesellschaft, den zunehmenden Wettbewerb durch die Schwellenländer oder die Energiewende denkt.“ Deutschland brauche Reformen und Zuwanderung, so Weidmann. „Aufgrund des demografischen Wandels benötigt Deutschland zusätzliche Arbeitskräfte, um seinen Wohlstand halten zu können“, sagte er. Den Zustrom an Flüchtlingen zu bewältigen, werde Deutschland einiges abfordern. „Die Zuwanderung birgt aber auch Chancen. Diese sind umso größer, je besser es uns gelingt, die Menschen, die dauerhaft zu uns kommen, in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Denn aufgrund des demografischen Wandels benötigt Deutschland zusätzliche Arbeitskräfte, um seinen Wohlstand halten zu können.“

Die Geldschwemme der EZB sieht Weidmann kritisch: „Das ganze billige Geld kann kein nachhaltiges Wachstum entfachen und birgt mit der Zeit immer größere Risiken, etwa für die Finanzstabilität.“ Zur Leitzinsdebatte in den USA sagte der Bundesbankpräsident: „Eine mögliche Zinserhöhung in den USA wäre ja vermutlich eine Reaktion auf eine gefestigte konjunkturelle Erholung dort, die für sich genommen positiv auf die Weltwirtschaft ausstrahlen würde. Richtig ist allerdings, dass die Unsicherheit darüber, wann die Zinswende kommt, die Finanzmärkte nervös macht.“

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