Türkei nach dem Putschversuch
Berlin: Türkische Botschaft fordert Auslieferung mutmaßlicher „FETÖ“-Mitglieder

Ankara hat die deutschen Behörden aufgefordert, zwei hochrangige Gülen-Unterstützer, die der Planung des Putschversuchs vom 15. Juli beschuldigt werden, ausfindig zu machen, festzunehmen und an die Türkei auszuliefern.

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Ankara verlangt Ermittlungen über den Verbleib der ehemaligen Staatsanwälte Zekeriya Öz und Celal Kara

Berlin (nex) – Ankara hat die deutschen Behörden aufgefordert, zwei hochrangige Gülen-Unterstützer, die der Planung des Putschversuchs vom 15. Juli beschuldigt werden, ausfindig zu machen, festzunehmen und an die Türkei auszuliefern.

Wie ein hochrangiger Regierungsvertreter gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu mitteilte, habe die türkische Botschaft in Berlin vor Kurzem eine diplomatische Note an das deutsche Außenministerium gesendet und verlangt, Ermittlungen hinsichtlich des Aufenthaltsorts der beiden ehemaligen Staatsanwälte Zekeriya Öz und Celal l Kara aufzunehmen.

Anlass zu dem diplomatischen Schritt in der vergangenen Woche waren Medienberichte, denen zufolge die zwei Flüchtigen, die die Türkei 2013 verlassen hatten, sich derzeit in der süddeutschen Stadt Freiburg aufhielten.

Der Regierungsvertreter, der unter der Bedingung der Anonymität mit Anadolu sprach, erklärte, dass die Türkei offiziell um die Überprüfung des Wahrheitsgehalts dieses Berichts gebeten habe. Sollte sollte, die beiden Verdächtigen sofort festzunehmen und an die türkischen Strafverfolgungsbehörden überzustellen. Öz und Kara werden verdächtigt, hochrangige Mitglieder des Gülen-Netzwerks FETÖ zu sein, das vom in den USA lebenden Prediger Fethullan geführt wird.

Ankara beschuldigt FETÖ, die staatlichen Einrichtungen infiltriert und den Putschversuch organisiert hätten. Öz und Kara spielten in einer Korruptionsaffäre im Jahr 2013 eine Schlüsselrolle, von der hochrangige Politiker betroffen waren. Später wurden sie der Fälschung von Beweisen als Teil des Staatsstreichs beschuldigt. Die zwei ehemaligen Staatsanwälte wurden seit ihrer Flucht aus der Türkei im Jahr 2015 nicht mehr gesehen, verschiedene Medien bericheten jedoch, dass sie sich in Deutschland versteckten.

Deutschland ist eines der Länder, in dem Gülen-Anhänger durch Dutzende Schulen, Unternehmensvereinigungen und Medieneinrichtungen wichtige Aktivitäten ausführen. Trotz des bestehenden Verdachts widerstrebte es den deutschen Behörden die Aktivitäten der Gülen-Anhänger einzudämmen. Sie unterstrichen dabei, dass sie nur im Falle konkreter Beweise, dass diese Einrichtungen gegen die Verfassung und die Gesetze Deutschlands verstießen, handeln könnten.

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