Polen
Warschau: Angriff auf Moschee

Die polnische Polizei hat am gestrigen Montag einen öffentlichen Zeugenaufruf im Zusammenhang mit einem Anschlag auf ein muslimisches Kulturzentrum in der Hauptstadt Warschau gestartet.

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Warschau (nex) – Die polnische Polizei hat am gestrigen Montag einen öffentlichen Zeugenaufruf im Zusammenhang mit einem Anschlag auf ein muslimisches Kulturzentrum in der Hauptstadt Warschau gestartet.

Unbekannte hatten Fenster der Räumlichkeiten des Zentrums eingeschlagen. Die Staatsanwaltschaft leitete am Wochenende zudem die Untersuchung eines rechtsextremen Protestmarsches im Süden des Landes ein.
Etwa ein Dutzend Fenster wurden Medienberichten zufolge über Nacht im muslimischen Zentrum zerstört, das 2015 eröffnet wurde und eine Moschee, eine Begegnungsstätte, ein Geschäft sowie ein Restaurant umfasst. Es sei keiner verletzt worden.
„Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass dies ein rassistischer, antimuslimischer Angriff war“, erklärte der Imam der muslimischen Gemeinde, Youssef Chadid, auf einer Pressekonferenz.
Er machte dafür die „nicht sehr freundliche“ Atmosphäre in Polen verantwortlich, in der der Islam falsch dargestellt würde und appellierte an die Regierung, sich gegen Angriffe auf Muslime auszusprechen.
„Wenn die Regierung nichts zu diesem Thema sagt, wird es trotz Toleranzerklärungen keine Fortschritte geben“, sagte Chadid.
Der Warschauer Polizeisprecher Mariusz Mrozek sagte, dass Sicherheitsmaterial überprüft würde, das bei der Identifizierung der Täter helfen soll, und appellierte an die Menschen, die Informationen über den Angriff haben könnten. Mindestens zwei Menschen seien in den Aufnahmen zu sehen, so Sprecher der Muslime in Polen.

Die muslimische Gemeinschaft Warschaus besteht aus etwa 22.000 Mitgliedern und zwei Moscheen, darunter diejenige im Zentrum, die angegriffen wurde. Freitags kommen etwa 500 Gläubige in die Zentralmoschee zum Gebet, sagten die Leiter den Medien.
Seit der Machtübernahme der Partei Recht und Gerechtigkeit (PIS) vor zwei Jahren werden in Polen immer häufiger Hassverbrechen und Fremdenfeindlichkeit registriert. Die Regierung fördert den Katholizismus und weigert sich unter Hinweis auf Sicherheitsbedenken, nichtchristliche Flüchtlinge als Teil eines EU-Verlagerungsplans aufzunehmen.

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