Türkisch-ägyptische Beziehungen
Venezuela: Türkischer Außenminister trifft ägyptischen Kollegen

Seit dem Militärputsch in Ägypten war das Klima zwischen der Türkei und Ägypten eisig. Jetzt trafen sich in Venezuela diskret die Außenminister beider Staaten.

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Von Peter Z. Ziegler 

Basel (nex) – Seit dem Militärputsch in Ägypten war das Klima zwischen der Türkei und Ägypten eisig. Staatspräsident Erdogan hatte mehrfach die Absetzung seines demokratisch gewählten Kollegen Mursi ebenso heftig kritisiert wie die grausamen Massenmorde der Sicherheitskräfte an Demonstranten in Kairo. Jetzt trafen sich in Venezuela diskret die Außenminister beider Staaten.

Bekannt gemacht worden ist das Treffen auf dem offiziellen Twitter-Account des ägyptischen Außenministeriums. Ein Regierungssprecher sagte, dass das Treffen „den Willen reflektiert Unstimmigkeiten zwischen den beiden Ländern zu überbrücken“.

Ägyptens Außenminister Sameh Shoukry und der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu trafen sich am Rande des Gipfeltreffens des so genannten „Zeit-des-Kalten-Kriegs-Blocks“ (Cold War-era bloc) in Venezuela. Gekommen waren u.a. 35 Staatschefs. Schon im vergangenen Monat sagte der türkische Premierminister Binali Yildirim, dass die Türkei die Beziehungen mit Ägypten zu verbessern sucht.

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Ägypten waren seit der 2013 Sturz des ägyptischen islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi, ein enger Verbündeter von Recep Tayyip Erdogans AKP-Regierung, sehr angespannt. Erdogan machte mehrere Aussagen zur Unterstützung der ägyptischen Muslimbruderschaft Zweig, den Ägypten wiederum als Provokation verurteilte.

Kairo hat wiederholt Ankara von „Einmischung“ in seine inneren Angelegenheiten und die Bereitstellung eines sicheren Hafen für führende Mitglieder der inzwischen verbotenen Muslimbruderschaft Gruppe beschuldigt, während Erdogans Regierung ein ausgesprochener Kritiker von Morsi Amtsenthebung und der El-Sisis Präsidentschaft geblieben ist. Während der Westen, insbesondere die deutschen Medien, den türkischen Präsidenten als „Diktator“ und teilweise als „Mörder“ verleumden, ist kaum ein Wort der Kritik am Putschistengeneral El-Sisi zu hören. Deutschland und Frankreich machen beste Geschäfte mit Ägypten.

Nur ungerne erinnern sich EU und USA an das Massaker, das Wikipedia wie folgt beschreibt: „Am 14. August 2013 stürmten ägyptische Sicherheitskräfte die beiden Protestlager von Unterstützern des ersten demokratisch gewählten und vom Militär gestürzten Staatspräsidenten Ägyptens, Mohammed Mursi, am Rābiʿa-al-ʿAdawiyya-Platz in Kairo-Nasr-City und am Nahda-Platz in Gizeh-Dokki. Die Sicherheitskräfte handelten im Auftrag der seit dem Militärputsch vom 3. Juli 2013 vom Militärratschef Abd al-Fattah El-Sisi installierten, anti-islamistischen und nicht gewählten Übergangsregierung und gingen bei der Stürmung der Protestlager mit großer Härte gegen die Mursi nahestehenden Anhänger der Muslimbrüder vor.

Beobachter berichten von Massakern an den Protestteilnehmern seitens der Armee, von willkürlichen Verhaftungen und Folterungen. Ausländische Journalisten sprachen von gezielten Schüssen der ene Soldaten auf sich und Kollegen. Verschiedene Menschenrechtsorganisationen titulierten das Ereignis nach einem der betroffenen Pro-Mursi-Protestlager als „Rābiʿa-Massaker“. Ägyptische Medien nannten das Züge eines Massakers tragende Ereignis auch „schwarzer Mittwoch“. Bis heute ist der türkische Präsident Erdogan einer der wenigen weltpolitisch bedeutenden Politiker, der die Erinnerung an diesen „Schwarzen Mittwoch“ wach hält.

 

 

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