"Akute Gefahr für Leib und Leben"
Berlin: Verteidigungsministerium will Pokémon Go-Objekte löschen lassen

Das Verteidigungsministerium will wegen Sicherheitsbedenken die Standorte der Bundeswehr inklusive Übungsplätze und Schießanlagen als Objekte im Smartphone-Spiel Pokémon Go löschen lassen.

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Osnabrück (ots) – Das Verteidigungsministerium will wegen Sicherheitsbedenken die Standorte der Bundeswehr inklusive Übungsplätze und Schießanlagen als Objekte im Smartphone-Spiel Pokémon Go löschen lassen. „Derzeit laufen Gespräche mit dem Spielebetreiber“, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums auf Anfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Die Bundesregierung fürchtet, dass Monsterjäger sich in Gefahr bringen. So wurde der Fall von drei irregeleiteten Spielern bekannt, die auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Bergen in der Lüneburger Heide landeten – während Soldaten dort das Schießen mit scharfer Munition übten. Es habe „akute Gefahr für Leib und Leben“ bestanden, schreibt die Regierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage von Linken-Abgeordneten.

Bei zwei weiteren Vorkommnissen könne ein Zusammenhang mit dem Spiel nicht ausgeschlossen werden. „Einrichtungen der Bundeswehr sind keine Spielplätze“, mahnte der Sprecher des Verteidigungsministeriums. Zudem könnten sich feindliche Agenten als Pokémon-Jäger tarnen, um „in sicherheitsgefährdender Absicht das Fotografierverbot (zu) missachten“, schreibt die Regierung in der Antwort. Zahlen zu Zwischenfällen nannte das Verteidigungsministerium nicht, da Vorfälle im Zusammenhang mit dem Handyspiel im militärischen Bereich nicht separat erfasst würden.

Spieler können bei Pokémon Go virtuelle Monster in realer Umgebung jagen. In der Truppe scheint dies aber eher kein Thema zu sein. So sind beim Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages noch keine Eingaben zu der App eingegangen, teilte sein Büro auf Anfrage mit. Nach Angaben der Bundesregierung haben aber schon mehrere Dienststellen Objekte löscht lassen. Um welche es sich dabei handelt, wollten weder das Bundesinnenministerium noch die Spielbetreiber The Pokémon Company und Niantic Labs nennen. Die Betreiber erklärten auf Anfrage:

„Die Daten und Details dieser Anträge auf Entfernung beziehungsweise Löschung sind vertraulich und können daher nicht herausgegeben werden.“ Die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke nannte es „beruhigend“, dass mehrere Behörden Pokémon-Go-Objekte in der Nähe sicherheitsrelevanter Objekte gelöscht hatten. Sie sagte:

„Die Nutzer von Pokémon Go sollten bei allem Spaß und aller Geselligkeit nicht ihre Sicherheit aus den Augen verlieren. Also Augen auf und mitdenken beim Pokémon-Go-Spielen!“

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