Kritik
Papst mahnt vor Vereinten Nationen Grundrechte an – Kritik an Weltwirtschaft
New York (dts) – Papst Franziskus hat in einer Rede vor den Vereinten Nationen am Freitag verschiedene Grundrechte angemahnt und die Umweltzerstörung kritisiert. Alle Menschen brauchten „eine materielle und spirituelle Grundlage“. Dinge wie ein Dach über dem Kopf, eine Arbeitsstelle, Trinkwasser und das Recht zum Lernen müssten geschützt werden.
Die armen Menschen litten am meisten unter der Zerstörung der Umwelt, so der Papst. Gleichzeitig zeichnete er eine düstere Zustandsbeschreibung: Es gebe derzeit eine regelrechte „Rücksichtslosigkeit der Weltwirtschaft“ und Kriege auf der ganzen Welt. Es müsse endlich ein „totales Verbot aller Atomwaffen“ geben, so der Papst.
Umsiedlung
Rohingya: Neue Heimat in den USA
Bangkok (nex) – Am Freitag ist von offizieller Seite bestätigt worden, dass 29 muslimische Rohingyaflüchtlinge aus Thailand in die Vereinigten Staaten als Teil eines Wiederansiedlungsplans fliegen werden.
Die 29 teilweise aus Menschenhandellagern stammenden Personen werden umgesiedelt, wenn bewiesen werden kann, dass es sich hier um „Flüchtlinge“ handelt, die aufgrund von Verfolgung und nicht aus Wirtschaftsgründen fliehen. Das hat ein Sprecher des Thailändischen Ministers für Soziale Entwicklung und Menschliche Sicherheit der Agentur Anadolu am Freitag in einem Interview mitgeteilt.
Die Bangkok Post hat die US-amerikanische Abteilung für Staatsflüchtlingsangelegenheiten zitiert, die besagt, dass die 29 Rohingya vier Flüchtlingen folgen, die bereits Anfang des Monats Thailand während eines humanitären Programms verlassen haben. Seit 2002 sind mit Hilfe dieses Projekts 13.000 Muslime aus Myanmar umgesiedelt worden.
Seit 2012 sind unzählige muslimische Rohingya – welche die Vereinten Nationen als die am Meisten verfolgte ethnische Minderheit der Welt bezeichnen – aus Myanmar aus Angst vor Gewalt seitens des Staats geflohen.
Diverse Menschenrechtgruppen schätzen, dass nicht weniger als 10 Prozent der millionenstarken ethnischen Gruppe aus dem Land auf der Suche nach einem besseren Leben als Muslim nach Indonesien und Malaysia geflohen sind. Thailand ist für viele das Tor auf dem Weg in den Süden.
Nachdem am 1. Mai mehr als 30 Leichen der Rohingya in Dschungellagern im südlichen Thailand entdeckt worden sind, haben sich thailändische Behörden für ein scharfes Vorgehen gegen diverse Menschenhändlergruppen eingesetzt. Dabei ist es zu Verhaftungen von zahlreichen Verdächtigen einschließlich eines thailändischen Generals gekommen.
Umfrage
Mehrheit für Fertigstellung des Flughafens BER
Berlin (dts) – Trotz der jüngsten Berichte über Pannen am Neubau des Hauptstadflughafens Berlin Brandenburg (BER) ist eine Mehrheit der Deutschen für die Fortsetzung des Baus. Das ergibt eine Umfrage von TNS Emnid für das Nachrichtenmagazin Focus. Demnach sind 56 Prozent der Bundesbürger für den Weiterbau des BER, 21 Prozent sind für einen Stopp des Bauvorhabens, und 15 Prozent meinen, der Flughafen sollte abgerissen und neu konzipiert werden.
Der Hauptstadtflughafen befindet sich seit 2006 im Bau. Der Flugbetrieb sollte ursprünglich im Oktober 2007 starten.
Gleichstellung
Göring-Eckardt zu Bundesratsbeschluss: Die Ehe für alle kann kommen
Berlin (dts) – Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, hat den Beschluss des Bundesrates für einen Gesetzesentwurf zur Gleichstellung der Homo-Partnerschaften, begrüßt. „Ich freue mich sehr über den Beschluss des Bundesrats in Bezug auf die Ehe für alle. Wir werden das jetzt im Bundestag haben“, erklärte Göring-Eckart.
Die Länderkammer, die derzeit von SPD und Grünen dominiert wird, hat am Freitag einen Gesetzesentwurf beschlossen, nach dem in Zukunft gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften dieselben Rechte haben sollen wie traditionelle Ehen. Göring-Eckardt: „Ich kann nur alle aufrufen, insbesondere die Sozialdemokratie, die Mehrheiten, die es dafür gibt, jetzt auch zu nutzen. Die Ehe für alle kann kommen. Der Bundesrat hat den Weg freigemacht. Jetzt muss der Bundestag nachziehen.“
Zweifelhafte Selbstverteidigung
Israel gibt palästinensische Steinewerfer zum Abschuss frei
Tel Aviv (eurasia) – Israel könnte seinen Sicherheitskräften fortan die Nutzung von scharfer Munition gegen palästinensische Steinewerfer erlauben, sollten Zivilisten „in Gefahr“ sein. Damit würde das alleinige Recht auf Selbstverteidigung ausgehebelt werden. Zudem habe das Sicherheitskabinett eine Minimum-Strafe von vier Jahren gegen Steinewerfer ausgerufen, berichtet das Nachrichtenportal RT am Freitag.
„Das israelische Sicherheitskabinett hat entschieden, die Polizei zu autorisieren, scharfe Munition gegen Steine und Molotow-Cocktail werfende Personen zu verwenden, wenn Leben dritter Personen in Gefahr sind und nicht mehr nur, wenn ein Polizist gefährdet ist“, teilte das Büro des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu mit. Bisher ist es Polizisten nur erlaubt, zu schießen, wenn diese empfinden, dass ihr eigenes Leben in Gefahr sei.
Bei einem Treffen am Donnerstag betonte Netanjahu, dass sein Kabinett diesen Umstand künftig mit besonderem Nachdruck ändern werde. Laut der israelischen Tageszeitung Haaretz monierte der Premier lautstark, dass Steinwerfer ihre „tödlichen und mörderischen Objekte ohne Gegenantwort schleudern dürfen“. Unreflektiert bleibt, dass Israel mit dieser Entscheidung eine im Vergleich unverhältnismäßige Eskalationsstufe einleitet.
(erschienen bei eurasia am 25.09.15)
Gesellschaft
JOYclub-Umfrage: „Frauen achten heute mehr auf ihre eigenen Bedürfnisse“
Leipzig (ots) – „Frauen achten heute mehr auf ihre eigenen Bedürfnisse.“ Dieser Aussage stimmt die große Mehrheit der weiblichen Mitglieder der Erotik-Community JOYclub zu. Und tatsächlich: Der Umsatz mit Sextoys wächst seit Jahren stetig, sie gehören längst zum Lifestyle.
Dank geschickten Marketings von Plattformen wie Pornhub und speziell für Frauen produzierten Filmen gilt gleiches für den Konsum von Pornografie. Besondere Vorlieben wie BDSM werden nicht zuletzt durch Kassenschlager wie „Shades Of Grey“ salonfähig.
Und auch in der Erotik-Community JOYclub sind so viele Frauen angemeldet wie nie zuvor. Wer sind diese Frauen? Warum sind sie dort? Und was finden sie? Dazu hat JOYclub 5.000 Frauen seiner über 2 Millionen Mitglieder befragt. Herausgekommen ist ein differenziertes Bild der weiblichen JOYclub-Community jenseits der gängigen Klischees.
Motivation: erotische Erfüllung neben Beruf und Familie
Frauen sind anspruchsvoll, selbstsicher und körperbewusst Gesucht:
Gleichgesinnte für Swingen, Bi-Sex, BDSM Überraschend: neue Freunde statt schnellem Sex
Frauen mitten im Leben: Beruf, Familie und… Sex?
Ein Großteil der Frauen in der Community ist zwischen 26 und 45 Jahre alt und beruflich erfolgreich.
Sie sind zwar mehrheitlich Singles, erstaunlich viele haben aber auch Beziehungen und Kinder. Sie alle vereint: Neben Beruf und Familie bleiben Erotik und Sehnsüchte im Alltag oft auf der Strecke. Als Mitglied der Community finden sie genau das wieder. Sie lassen sich inspirieren, beflügeln ihre Fantasie, tauschen sich mit Gleichgesinnten aus und finden Freunde, Affären und Gruppen, die ihre Bedürfnisse nach leidenschaftlicher Sexualität oder Fetischen teilen.
Das sind die Frauen im JOYclub
- 60,5% sind zwischen 26 und 45 Jahre alt
- 58% sind Singles
- 42% leben in einer festen Partnerschaft oder sind verheiratet
- 46,1% haben Kinder
- 53% sind fest angestellt oder arbeiten selbstständig
- 11,8% sind in einer Führungsposition
- 54,8% schauen ab und zu oder sogar regelmäßig Pornos
- 90% besitzen mindestens ein Sextoy
- 52,6% sind neugierig auf BDSM
- 34,1% der Frauen bezeichnen sich als bisexuell
- 27,4% besuchen hin und wieder Swingerclubs
- 18,1% Erotikpartys
- 18,5% haben sich aufgrund eines speziellen Fetisches angemeldet
- 21,1% suchen nach Inspiration für ihre Partnerschaft
- 77% stehen offen zu ihrer Mitgliedschaft oder haben Freunden davon erzählt
- 19,4% zeigen im Profil ihr Gesicht nur
- 5,3% wollen komplett anonym bleiben
- 57,3% machen den ersten Schritt, wenn sie sich für einen Mann interessieren
- 25,7% bezeichnen ihren Kleidungsstil als ‚individuell‘
- 58,5% treiben mindestens einmal pro Woche Sport
- 31% sogar zwei bis vier Mal
- 42,8% sind tätowiert
- 23,3% haben Piercings im Gesicht, jede Fünfte sogar im Intimbereich
- 40,7% der Frauen wünschen sich zuerst ein ungezwungenes Kennenlernen
- 3,3 % der Befragten erhoffen sich schnellen Sex von einem Date
- 43,4% heben das respektvolle Miteinander innerhalb der Community hervor
- 32,2% haben neue Sexpraktiken kennengelernt 30,6% haben ihre Fantasien ausleben können
- 27,3% wurden durch ihre erotischen Abenteuer in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt
- 9,6% haben über JOYclub einen Partner gefunden
Facebook-Initiative
Nach Ertrinken des Bruders: Syrierin organisiert „Fußmarsch nach Europa“
Flüchtlinge: 24-jährige Syrerin organisiert „Fußmarsch nach Europa“
Istanbul (nex) – Die Initiative zum „Fußmarsch nach Europa“, dem sich bis dato 1500 Flüchtlinge angeschlossen haben, die seit mehr als einer Woche an der Grenze zu Edirne ausharren, ging von einer 24-Jährigen aus, die über Facebook zu dieser Aktion aufgerufen hatte. Medien berichteten, dass die Syrierin Savsan Atrash (24) den Fußmarsch syrischer Flüchtlinge aus der Türkei nach Europa angestoßen habe.
Nachdem ihr Bruder, der in der Hoffnung, in die Niederlande auswandern zu können, 2014 bei der Überfahrt von Izmir nach Griechenland starb, nachdem das Flüchtlingsboot gesunken war, gründete sie eine Facebook-Gruppe. In dieser werden alle Flüchtlinge dazu aufgefordert, den Schleppern kein Geld mehr zu geben und sich nicht mehr in Gefahr des Ertrinkens zu bringen, sondern stattdessen zu Fuß nach Europa zu laufen.
Die Gruppe hat bereits fast 12 000 Follower. In weiterer Folge haben sich zusätzliche sechs Gruppen mit einem ähnlichen Anliegen gebildet. Savsan Atraşh selbst möchte in der Türkei bleiben, ihren Master machen und Lehrerin werden.
Strategiewandel
Erdogan: „Übergangsprozess mit Baschar al-Assad möglich“
Ankara (eurasia/nex) – Bei seiner Opferfest-Rede hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan am 24. September gesagt, dass der syrische Präsident Baschar al-Assad an einem politischen Übergangsprozess im Bürgerkriegsland teilnehmen könnte. Die Türkei gehört zu den größten regionalen al-Assad-Gegnern. Der etwaige Strategiewandel geht offenbar aus jüngsten Konsultationen mit Russland hervor.
„Ein Übergangsprozess ohne al-Assad oder mit al-Assad ist möglich. Erforderlich aber ist die Einbindung der Opposition […]. Keiner kann sich eine Zukunft Syriens mit al-Assad vorstellen. Es ist nicht möglich eine Person zu akzeptieren, die für den Tod von 300 000 bis 350 000 Menschen verantwortlich ist, einen Diktator“, sagte Erdoğan nach dem Eid al-Adha-Gebet (zu Deutsch: Islamisches Opferfest) am 24. September in Istanbul. Auf das Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin am 23. September in Moskau hinweisend, sagte Erdoğan, dass er „keine klare [Perspektive] in der russischen Herangehensweise in Syrien erkennen konnte“. Er fügte jedoch auch hinzu, dass sich der türkische und der russische Außenminister für den Start einer neuen Arbeitsgruppe zur Syrienkrise bereit machen würden. Dies wurde eigenen Worten zufolge mit Präsident Putin abgesprochen. „Wir haben uns entschieden, in diesem Fall bei der UN-Generalversammlung als eine Dreiergruppe, bestehend aus den Außenministern der USA, der Türkei und Russland, zu kooperieren“, sagte Erdoğan. Dieser gab jedoch an, dass auch Iran und Saudi Arabien in die Gespräche involviert werden könnten. Mit der Teilnahme der EU, Jordaniens und Katars könnte der Rahmen ausgeweitet werden, so das türkische Staatsoberhaupt. Erdoğan sagte, dass er im Gespräch mit Putin davon ausgehe, dass al-Assad auf 15 Prozent seines Staatsterritoriums, von Damaskus nach Latakia einschließlich Homs, die Etablierung eines alawitischen Syriens durchbringen wolle. Der türkische Präsident hingegen wiederholte Ankaras Wunsch, eine „Sicherheitszone“ in Syrien einzurichten, welche frei von „terroristischen Organisationen“ sein solle. Erschienen auf eurasianews.de
Kopfpauschale
Merkel verspricht Ländern monatlich 670 Euro pro Flüchtling
Berlin (dts) – Bund und Länder haben sich auf eine Aufteilung der Kosten für die Bewältigung der Flüchtlingskrise geeinigt. Der Bund zahle eine monatliche Pauschale in Höhe von 670 Euro pro Flüchtling, beginnend mit dem Tag der Erstregistrierung bis zum Abschluss des Verfahrens, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstagabend in Berlin. Der Bund übernehme damit das Risiko für die Dauer des Asylverfahrens und die Anzahl der Asylbewerber.
Es werde keine feste Summe vom Bund an die Länder gezahlt, sondern dem Bedarf entsprechend. Außerdem stecke der Bund unter anderem 500 Millionen Euro in den sozialen Wohnungsbau. Die freiwerdenden Mittel aus dem Betreuungsgeld würden auf die Länder verteilt. Die derzeitige Prognose liegt bei rund 800.000 Flüchtlingen für das kommende Jahr. Zusammen mit weiteren finanziellen Hilfen können die Länder also mit mehr als vier Milliarden Euro rechnen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) zeigten sich zufrieden mit der Einigung. Haseloff sprach von einem „Durchbruch“, durch den die Länder nun wieder Planungssicherheit für ihre Haushalte erhielten.

