Berlin – Deutschland bleibt für junge Menschen aus dem Ausland ein begehrtes Studienziel. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) berichtet, waren im Wintersemester 2025/26 rund 500.000 ausländische Studierende an deutschen Hochschulen eingeschrieben, so viele wie nie zuvor. Damit gehört Deutschland neben den USA, Großbritannien und Australien zu den vier beliebtesten Gastländern weltweit und liegt innerhalb Europas auf Platz eins.
Indien und China als wichtigste Herkunftsländer
Besonders deutlich fällt der Zuwachs aus Asien aus. Nach Angaben der F.A.Z. kamen 2025 rund 60.000 Studierende aus Indien nach Deutschland, ein neuer Höchststand. Auch die Zahl der Studierenden aus China bleibt hoch. Fachlich konzentrieren sich viele von ihnen auf die MINT-Fächer sowie auf Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften.
Ein wesentlicher Grund für die Attraktivität Deutschlands sind die im internationalen Vergleich niedrigen Studienkosten. Während in Großbritannien oder den USA hohe Gebühren anfallen, sind die Kosten an deutschen Hochschulen vergleichsweise gering. Hinzu kommt der gute Ruf vieler Universitäten und die enge Verbindung von Forschung und Lehre. Auch die Möglichkeit, nach dem Abschluss bis zu 18 Monate in Deutschland zu bleiben, um eine passende Stelle zu finden, macht das Land für internationale Absolventen interessant.
Auch Studierende aus der Türkei zieht es nach Deutschland
Neben Indien und China bleibt auch die Türkei ein wichtiges Herkunftsland. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gehören türkische Studierende seit Jahren zu den größten Gruppen ausländischer Studierender in Deutschland. Viele von ihnen entscheiden sich für ein Studium in den Bereichen Ingenieurwesen, Wirtschaft oder Sozialwissenschaften. Neben den vergleichsweise niedrigen Studienkosten spielt für viele auch die bereits bestehende türkische Community in Deutschland eine Rolle, die den Start erleichtert.
Die F.A.Z. weist allerdings auch auf Herausforderungen hin. Die steigenden Studierendenzahlen führen in einigen Fächern und Städten zu Engpässen bei Studienplätzen, Wohnraum und Betreuung. Zudem berichtet die Zeitung von einer wachsenden Zahl von Studienabbrechern, die mit den Anforderungen oder den Bedingungen vor Ort nicht zurechtkommen. Experten betonen, dass Deutschland seine Anstrengungen im internationalen Wettbewerb um Fachkräfte verstärken muss, etwa durch bessere Studienbedingungen, Sprachförderung und Unterstützung bei der Integration in den Arbeitsmarkt.
Yasin Bas
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