Gaza-Konflikt
Israel-Kritikerin Albanese: Ich werde nicht bezahlt

In einem Kommentar im vergangenen Oktober verurteilte sie auch die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock für ihre Äußerungen zu  dem Konflikt.

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New York – Francesca Albanese, die Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für die Lage der Menschenrechte in den seit 1967 besetzten palästinensischen Gebieten, hat sich in einem kürzlich veröffentlichten Beitrag auf X öffentlich zu der Kritik an ihrer Rolle und ihrer Vergütung geäußert.

„Meine Kritiker können das nicht begreifen: Ich werde von niemandem für meine Arbeit über Palästina bezahlt, nicht einmal von der UNO. Sonderberichterstatter arbeiten pro bono“, erklärte Albanese und wandte sich damit direkt an ihre Kritiker.

Sie erläuterte ihre Beweggründe weiter: „Und ich habe so viel Spaß an dem, was ich tue, wissen Sie warum? Weil ich Tyrannen, Mafias und Apartheid verachte. Das liegt in meiner DNA, und ich werde alle drei mit Freude bis zu meinem letzten Atemzug bekämpfen. Und jetzt, ihr Lakaien, get a life“.

Albaneses Äußerungen kommen zu einer Zeit, in der ihre Arbeit und ihre Äußerungen zum israelisch-palästinensischen Konflikt erhebliche Kontroversen ausgelöst haben. In ihrer Funktion als Sonderberichterstatterin berichtet sie über die Menschenrechtslage in den Gebieten und wirft Israel Mesnchenrechtsverletzungen und sogar einen Genozid vor.

Es ist wichtig, einen Völkermord als Völkermord zu bezeichnen, sagte Albanese im vergangenen Oktober vor dem UN-Ausschuss für die Ausübung der unveräußerlichen Rechte des palästinensischen Volkes, als sie alle Staaten aufforderten, ihre Beziehungen zu überprüfen und sich nicht an diesem Verbrechen Israels am palästinensischen Volk in Gaza zu beteiligen.

„Wenn Sie zum Arzt gehen, weil Sie Krebs haben, und dort Fieber diagnostiziert wird, haben Sie ein großes Problem – das Gleiche gilt für die Menschen, die einem Völkermord zum Opfer fallen“, sagte Albanese, während eines Briefings.

Albanese, die sich selbst als „widerwillige Chronistin des Völkermords“ bezeichnete, sagte, die internationale Gemeinschaft müsse die Geschehnisse im Gazastreifen als Völkermord anerkennen und „das größere Konzept hinter den heutigen Ereignissen in Palästina verstehen“. Es sind nicht nur Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die die Palästinenser erleben – „sie haben das ihr ganzes Leben lang erlebt“, sagte sie, aber die aktuelle Situation sei anders.

In einem Kommentar im vergangenen Oktober verurteilte sie auch die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock für ihre Äußerungen zu  dem Konflikt.

„Als unabhängige UN-Expertin bin ich zutiefst besorgt über die Haltung Deutschlands zu Israel/Palästina und ihre gefährlichen Implikationen und Konsequenzen. Ministerin #Baerbock sollte aufgefordert werden, die Beweise für ihre Behauptungen vorzulegen und dann zu erklären, wie „zivile Objekte, die ihren Schutzstatus verlieren“ die Massaker rechtfertigen, die Israel in Gaza und anderswo begeht.

Wenn Deutschland beschlossen hat, sich an die Seite eines Staates zu stellen, der internationale Verbrechen begeht, ist das eine politische Entscheidung, die aber auch rechtliche Konsequenzen hat. Möge die Gerechtigkeit siegen, wo die Politik auf abscheuliche Weise versagt hat“, so Albanese in einem Post auf X.

Die UNO hat nicht offiziell auf Albaneses jüngsten Beitrag zu X reagiert, aber ihre Arbeit steht weiterhin im Mittelpunkt des internationalen Diskurses über den Nahen Osten. Ihr Engagement, pro bono zu arbeiten, ist nicht einzigartig unter den UN-Sonderberichterstattern und unterstreicht den ehrenamtlichen Charakter dieser wichtigen Funktionen in der Menschenrechtsarbeit.

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