Yahoo-Skandal
Bericht: Yahoo scannte Kunden-E-Mails für Geheimdienst

Yahoo vermied es, die Berichte zu dementieren. Der Konzern wies lediglich darauf hin, dass man sich an die Gesetze der USA halte.

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Dortmund (nex) – Die US-amerikanische Nichtregierungsorganisation Civil Liberties Union, der US-amerikanische Whistleblower und ehemalige CIA-Mitarbeiter Edward Snowden und andere haben Yahoo nach einem unbestätigten am vergangenen Dienstag veröffentlichten Bericht kritisiert.  Darin wird behauptet, dass der Internet-Konzern für die NSA, den größten Auslandsgeheimdienst der Vereinigten Staaten, die eintreffenden E-Mails aller Kunden durchsucht habe.

So soll Yahoo Medienberichten zufolge auf Anfrage der NSA eine Scan-Software zur Durchforstung gesendeter und empfangener Mails nach einem bestimmten Wort entwickelt haben. Um welches Wort es sich dabei handelte, wurde nicht erwähnt.

Yahoo vermied es, die Berichte zu dementieren. Der Konzern wies lediglich darauf hin, dass man sich an die Gesetze der USA halte.

Das Internet-Unternehmen soll vom Telekom-Riesen Verizon in einem 4,8 Milliarden US-Dollar-Deal erworben werden. Die eventuelle Verstrickung in NSA-Aktionen ist die zweite große Schocknachricht von Yahoo innerhalb von zwei Monaten: Der Konzern hatte im vergangenen September bestätigt, dass bei einem Hackerangriff Ende 2014 mindestens 500 Millionen Yahoo-Accounts gestohlen worden sind.

Yahoo wurde somit womöglich zum größten Hackeropfer der Geschichte. Snowden, der das massive NSA-Überwachungsprogramm enthüllt hatte, appellierte an die Yahoo-User, ihr Konto zu löschen.

„Sind Sie Yahoo-Nutzer?“, fragte er in einem Tweet. „Die haben heimlich alles, was Sie jemals geschrieben haben, gescannt, weit über das hinaus, was gesetzlich erlaubt ist.“

Wie das österreichische Technology-News-Portal futurezone.at berichtet, haben Nutzer, die Snowdens Rat befolgen und ihren Yahoo-Account löschen möchten, Probleme: Selbst nach Erhalt der Bestätigungsmail über den erfolgreichen Löschvorgang könne man sich wieder einloggen. Yahoo gab an, dass die Daten – zur „Betrugsbekämpfung“ – erst nach 91 Tagen endgültig gelöscht würden. Dennoch müsste der Account nach dem Löschvorgang zumindest bereits deaktiviert sein, moniert das Onlineportal.


Mehr zum Thema:

Internetriese Yahoo bestätigt: Hacker stehlen Daten von 500 Millionen Kunden

 

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