Türkei-Sanktionen
Erdogan: Sanktionen werden die Türkei nicht aufhalten

Die Türkei lässt sich von Sanktionen nicht abschrecken und ist entschlossen, ihre Verteidigungsindustrie zu stärken, um völlig unabhängig zu sein, so Erdogan.

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Ankara – Der türkische Staatschef hat die von Washington angekündigten Sanktionen gegen die Türkei scharf verurteilt.

Die US-Sanktionen seien ein „eklatanter Angriff“ auf die türkische Souveränität, sagte Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch.

Die Türkei ist das erste NATO-Mitglied, das mit solchen Sanktionen konfrontiert ist, betonte Erdogan und wies auf die „Doppelmoral bei der Verhängung solcher Sanktionen gegen die Türkei“ hin. Die Sanktionen zielten darauf ab, die Verteidigungsindustrie des Landes abhängig zu machen, aber die Türkei sei entschlossen, ihre Industrie an die Spitze zu bringen, fügte er hinzu. Die Türkei werde sich nicht abschrecken lassen, sondern doppelt so hart arbeiten, um den Verteidigungssektor zu verbessern und ihn so völlig unabhängig zu machen, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu den türkischen Staatschef weiter.

Die Sanktionen wegen des Kaufs des russischen S-400-Verteidigungssystems seien eine „bloße Ausrede“. Es gebe keine logische Erklärung für den Ausschluss der Türkei aus dem F-35-Kampfjet-Programm.

Aserbaidschans Aliyev: NATO-Staaten nutzen bereits ähnliche Systeme

Auch der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev hat die Sanktionen Washingtons gegen die Türkei wegen der Beschaffung des russischen Luftabwehrsystems S-400 scharf verurteilt.

In einer Stellungnahme erinnerte Alijev daran, dass bereits andere NATO-Staaten ähnliche Systeme nutzten. Baku bezeichnete die „einseitigen Sanktionen“ als inakzeptabel und bewertet die Situation „als Ausdruck von Doppelmoral und Illegalität“.

„Präsident Ilham Aliyev zeigt sich zuversichtlich, dass diese Sanktionen die Schritte der Türkei zur Stärkung ihrer Verteidigungsfähigkeiten nicht behindern werden. Die Vorschläge der Türkei, dieses Thema in der zuständigen Arbeitsgruppe objektiv und politisch unparteiisch zu erörtern, haben keine angemessene Antwort erhalten“, zitiert die Nachrichtenagentur AZERTAC Hikmet Hajiyev, Berater des aserbaidschanischen Staatschefs.

Washington verhängte am Montag Sanktionen gegen die Türkei wegen des milliardenschweren Kaufs des russischen Raketensystems S-400.

Auch Teheran verurteilte am Dienstag die US-Sanktionen gegen die Türkei. Die Strafmaßnahmen zeigten eine „Verachtung für das Völkerrecht“.

„Die US-Sucht nach Sanktionen und die Missachtung des Völkerrechts sind wieder voll im Gange. Wir verurteilen die jüngsten US-Sanktionen gegen die Türkei aufs Schärfste und stehen an der Seite ihres Volkes und ihrer Regierung“, twitterte Mohammad Javad Zarif unter dem Hashtag „#NeighborsFirst“.

Raketensystem S-300, das in 17 Ländern eingesetzt wird, darunter NATO-Verbündete.

Die frühere Version des S-400-Systems verwendet ein identisches Radarsystem und befindet sich derzeit im Besitz von 17 Ländern, darunter Griechenland, die Slowakei und Bulgarien – alle US-Verbündeten. Die Ukraine, Algerien, Armenien, Aserbaidschan, Bulgarien, Ägypten, Indien, Iran, Kasachstan, Venezuela, Vietnam, Georgien, Moldawien, Turkmenistan und Usbekistan haben ebenfalls die S-300.

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