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Jugend heute: Jeder Dritte spielt um Geld

Für jeden dritten Jugendlichen, aber auch für viele Erwachsene gehört das Spielen um Geld bereits zur täglichen Routine. Gespielt wird im Internet. Es wird gewettet und gepokert, es die Walzen an den Online-Spielautomaten gedreht oder Einsätze beim Online-Blackjack gemacht.

(Symbolfoto: pexels)
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Für jeden dritten Jugendlichen, aber auch für viele Erwachsene gehört das Spielen um Geld bereits zur täglichen Routine. Gespielt wird im Internet. Es wird gewettet und gepokert, es die Walzen an den Online-Spielautomaten gedreht oder Einsätze beim Online-Blackjack gemacht. Das Spielen gehört zum guten Ton. Mit den Gewinnen können sich die Jugendlichen in den sozialen Medien brüsten und zeigen, was sie für ein toller Hecht sind.

Beim angesagten Rapper Dardan heißt es in einem seiner Texte sogar: „So high, Steck‘ meinen  Schein in den Novoline, Augen zu ich könnt‘ in Tokio sein“. Das heißt nichts anderes, als dass es sich beim Spielen um Geld keineswegs mehr um ein Randphänomen handelt. Vielmehr ist das Spielen fester Teil der heutigen Jugendkultur.

Die Auswahl ist riesig und in den meisten Fällen lizenziert

Mit dem Spielen um Geld lässt sich kräftig Geld verdienen. Die Umsätze gehen allein in Deutschland in die Milliardenhöhe. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass es immer mehr Anbieter gibt. Auch die Auswahl und Qualität der Spiele ist riesig. Es gibt 3D-Spielautomaten, die ganz im Gegensatz zu den „einarmigen Banditen“ von früher umfassendes Entertainment mit frischem Sound bieten und vor neuartigen Features nur so strotzen.

Hinzu kommen Online-Poker sowie Roulette und Black Jack in Live Casinos. Im Bereich Wetten sind es vor allem Sportwetten oder Wetten auf eSports-Veranstaltungen, die viele begeistern. Bei allen Anbietern von Online-Glücksspielen gilt jedoch, dass nur Volljährige teilnehmen dürfen. Seriöse Online-Casinos achten außerdem darauf, dass sich niemand unter 18 Jahren anmelden kann und analysieren mittlerweile auch das Spielverhalten, um den Spieler auf Probleme aufmerksam machen zu können. Hierzu sind sie aufgrund ihrer Lizenzierung in anderen EU-Ländern verpflichtet. Spieler können sich außerdem ein Limit für ihre Einzahlungen und Einsätze setzen.

Entgegen der landläufigen Meinung treibt es viele Jugendliche ab 18 nicht in die Spielsucht, wenn sie hin- und wieder ein paar Einsätze machen. Dass es eine signifikante Anzahl an Fällen von Spielsucht gibt, ist jedoch ebenfalls unbestritten. Diese sind jedoch vielfach auf charakterliche Schwächen und psychische Labilität zurückzuführen, die auch zur Alkohol- und Drogensucht führen kann. Nicht selten läuft Spielsucht und Alkoholsucht miteinander einher.

Politik sieht das Treiben skeptisch

Für viele Politiker handelt es sich bei den Geldspielen allesamt um illegales Glücksspiel. Sie berufen sich auf ihre Verantwortung zur Vorbeugung von Spielsucht und vor allem auf den Jugendschutz und machen auf allen Kanälen gegen die Internetspiele um Echtgeld mobil. Eine Neufassung des schon vor langer Zeit vom Europäischen Gerichtshof verworfenen Glücksspielstaatsvertrages ist bislang gescheitert.

Die Bundesländer können sich nicht auf einen Kompromiss einigen. Das Problem ist jedoch, dass ein vollständiges Verbot von Glücksspiel an der Realität vorbeigeht. Spieler können sich heute problemlos bei einem in Malta oder Curaçao sitzenden Anbieter anmelden.

Etwas Doppelmoral steckt ebenfalls hinter den Aussagen. Schließlich können auch im Kiosk an der Ecke Rubbellose, Lotto- oder Keno-Scheine der staatlichen Lotteriegesellschaften bezogen werden. Die Gewinnchancen sind bei diesen Spielen oft noch viel geringer als zum Beispiel beim Online-Roulette oder an Spielautomaten. Hinzu kommt, dass auch viele Finanzwetten nichts anderes als Glücksspiel sind.

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