Start Panorama Pflegekräfte aus der Türkei Anwerbeabkommen: 50.000 Türken sollen nach Deutschland kommen

Pflegekräfte aus der Türkei
Anwerbeabkommen: 50.000 Türken sollen nach Deutschland kommen

Nach einem Abkommen zwischen dem türkischen Gesundheits- und Bildungsministerium und dem deutschen Gesundheitsministerium sollen bis zu 50.000 türkische Arbeitskräfte nach Deutschland kommen.

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(Beispielfoto: akp)

Ankara (nex) – Nach einem Abkommen zwischen dem türkischen Gesundheits- und Bildungsministerium und dem deutschen Gesundheitsministerium sollen bis zu 50.000 türkische Arbeitskräfte nach Deutschland kommen.

Wie türkische Medien unter Berufung auf eine Meldung der Nachrichtenagentur IHA berichten, hätten die Anmeldungen zu den Grundausbildungskursen in der südosttürkischen Stadt Adana bereits begonnen.

„Nach einem Abkommen zwischen dem deutschen Gesundheits- und Sozialministerium und dem türkischen Gesundheits- und Bildungsministerium, werden für die Alten- und Krankenpflege in Deutschland 50.000 Pflegekräfte aus der Türkei benötigt“ so Ruhsi Gül, Direktor der Berufsschule „Sis“, an der die Vorbereitungskurse stattfinden werden.

Ein Höchstalter von 36 Jahren, ein sogenannter „Lise“-Abschluss (vergleichbar mit dem deutschen Abitur) und Grundkenntnisse der deutschen Sprache, seien die Voraussetzungen für eine Teilnahme an der Ausbildung.

Die Ausbildung in Deutschland werde drei Jahre dauern und mit einem Lohn zwischen 800 und 950 Euro vergütet werden. Unterkunft und Verpflegung seien für die Auszubildenden während der Dauer der Ausbildung kostenfrei und würden gestellt.

Nach erfolgreichem Abschluss der Schulung, würden die türkischen Teilnehmer eine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis erhalten und in Deutschland als Krankenpfleger arbeiten dürfen, berichten türkische Medien weiter.

Hierzu eine Stellungnahme des AfD-Abgeordneten Lars-Patrick Berg:

„Die Pflege in Deutschland wird von Menschen geleistet, die zu wenig verdienen und von noch vielen mehr, die gar keinen finanziellen Lohn erhalten. Die Arbeit in der Pflege, ob stationär, ambulant oder im Kreise der Familie ist von unschätzbarem Wert. Wer in der Pflege arbeitet ist einer hohen physischen wie psychischen Belastung ausgesetzt. Leider wirkt sich das weder auf die Anerkennung in der Gesellschaft, noch der Förderung der Ausbildung für Pflegeberufe und auch nicht in der Bezahlung aus. Hier gilt es anzusetzen. Wer in der Pflege arbeitet hat einen angemessenen und damit spürbar höheren Lohn verdient. Zugleich muss zur Regeneration und Entlastung des Einzelnen die Arbeit auf mehr Schultern verteilt werden. Es werden also mehr Pflegekräfte benötigt. Eine sichtlich bessere Bezahlung wird mehr Menschen für den Pflegeberuf motivieren und dadurch zugleich den Arbeitsdruck auf den Einzelnen lindern. Dazu muss auch schon bei der Ausbildung angesetzt werden. Auch hier ist eine Erhöhung der Vergütung und bessere Förderung bitter nötig.

Das sind die Hebel an denen angesetzt werden muss, gerade mit Blick auf die steigende Zahl an Älteren und Pflegebedürftigen. Die Anwerbung von 50.000 Pflegekräften – diese Zahl steht momentan im Raum –  aus der Türkei ist keine Lösung. Für die wirtschaftlich angeschlagene Türkei mag dies kurzfristig eine Hilfe sein, da sie so Arbeitslose exportiert und Devisen importiert, aber auf Dauer werden ihr diese Menschen auch fehlen. Wir in Deutschland müssen zuvörderst eigene Arbeitslose qualifizieren und den Pflegeberuf spürbar aufwerten, damit er auch für junge Menschen mit Familienplanung attraktiv wird. Wer ausländische Pflegekräfte ruft, hilft damit den Profit einzelner Unternehmen zu erhöhen, da die Löhne für diese Menschen oft niedrig angesetzt sind. Das kommt aber weder dem Pflegeberuf, noch den Pflegebedürftigen, den Sozialkassen noch den Arbeitnehmern entgegen und kann damit keine Lösung sein. Vielmehr wird damit Ausbeutung Vorschub geleistet. Sollten am Ende, nach Umsetzung der vorgenannten Forderungen, wider Erwarten noch Arbeitskräfte benötigt werden, so wären diese vorrangig aus dem EU-Ausland zu rekrutieren.“

 

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